Blocken, ertragen oder löschen? Werbung im Internet
Eine ganze Zeit lang war es still.
Wir erinnern uns: Vor einigen Jahren schien das Credo der Werbetreibenden im Internet gewesen zu sein, den User auf alle nur erdenkliche Weisen zwangszubombardieren. Riesige Flash-Overlays, teils mit akustischer Untermalung. Banner, Popups… schaurig. Die Zeit verging, die Overlay-Bespaßung wurde – zumindest bei den meisten seriösen Seiten – etwas eingedämmt und über die zurückhaltenden Google-Anzeigen ärgert sich kaum einer mehr. Der User soll schließlich Verständnis haben, die Seite muß ja irgendwie finanziert werden.

Aber wo hört Verständnis auf und beginnt die Belästigung? Dies herauszufinden, haben sich anscheinend die Jungs von stern.de auf die Fahnen geschrieben, die in ihrer aktuellen App für Apples mobile Geräte scheinbar mal ausprobieren wollen, was der gemeine User mitmacht. Statt sich wie üblich auf Werbebanner zu beschränken, kramen die Jungs tatsächlich das alte Zwangs-Overlay aus der Kiste. So ist es im Selbstversuch zeitweise vorgekommen, daß bei Jedem Wechsel vom Menu zum Artikel bildschirmfüllend immer die gleiche Werbebotschaft eingeblendet wurde. Am unteren Bildschirmrand mit einer Art Fortschrittsbalken, der anzeigt, wie lange man noch auf das Bild gucken muß (gefühlte drei bis 5 Sekunden), am oberen Rand immerhin ein Schließen-Symbol, das die Werbung tatsächlich abbricht und annähernd unverzüglich den gewünschten Artikel freigibt.
Was mag sich wohl der Beworbende dabei denken? Denkt er “Klasse, ich habe pro Tag 1.000.000 Einblendungen meines Firmennamens!” und beginnt schonmal, die Mitarbeiterzahlen seiner Callcenter aufzustocken, um des zu erwartenden Neukundenansturms Herr werden zu können?
Diese Art der Werbung führt bei mir zu zwei Primärreaktionen:
- Kann ich was dagegen tun?
- Abneigung gegen die penetrant beworbene Firma. Sollte es mir irgendwie möglich sein, mich von dieser Firma fernzuhalten, werde ich das tun.
Ist das wirklich, was gewollt ist? Abschrecken und wütend machen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Deshalb: Schaltet Werbung. Ja, tut es. Daß dies notwendig ist, ist jedem klar. Aber achtet doch darauf, daß diese nicht die Funktion von Apps oder Internetseiten behindert und vor allem den Benutzer nicht nervt. So verdient ihr Geld, der Nutzer klickt vielleicht auch mal einen Banner an und hat sogar noch die Chance, der Werbung wohlgesinnt gegenüberzustehen.
Heute abend ist es so weit: Heerscharen von Reportern, Fanboys und sonstigen Apple Jüngern richten ihre Augen nach San Francisco zur diesjährigen World Wide Developer Conference. Schon im Vorfeld gab es (wie immer) haufenweise Gerüchte zu teils haarsträubenden “neuen Produkten”. Jeder scheint sich genötigt zu fühlen, das, was er am allerallerliebsten hätte, in Worte und am besten noch ein unscharfes Photoshop-Preview zu gießen und das Gerücht zu streuen, daß genau dies definitiv vorgestellt und angekündigt werden wird.
Es ist unglaublich. Irgendjemand macht sich einen Spaß daraus, Gerüchte als Wahrheit darzustellen und die gesamte Presse springt auf den Zug auf, ohne auch nur einen Hauch die Plausibilität in Frage zu stellen.
Es ist kein Geheimnis, daß es ein ziemlich geile Idee von Apple war, den iPod Touch zu bauen und von den geilen Ideen, die im iPhone zu finden sind, profitieren zu lassen. So etwas gab es schließlich noch nie. Entweder man hatte ein Gerät, um unterwegs zu Spielen, dann hieß es PSP oder Nintendo DS oder etwas zum Musikhören, dann war es ein iPod, MP3-Stick oder von mir aus auch ein Zune oder eben etwas, um unterwegs Musik zu hören. Von der Möglichkeit, online zu gehen und Mails zu empfangen, red ich erstmal gar nicht.
Mittlerweile dürfte jeder Nutzer einer eMail-Adresse mindestens einmal mit Spam genervt worden sein; ein Problem, das im Moment nicht in den Griff zu bekommen scheint. Da man Spam nicht verhindern kann, dachten sich findige Leute Software aus, die Spam wenigstens identifizieren und aus dem Posteingang fern halten soll.
