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Blocken, ertragen oder löschen? Werbung im Internet

June 3rd, 2010

Eine ganze Zeit lang war es still.

Wir erinnern uns: Vor einigen Jahren schien das Credo der Werbetreibenden im Internet gewesen zu sein, den User auf alle nur erdenkliche Weisen zwangszubombardieren. Riesige Flash-Overlays, teils mit akustischer Untermalung. Banner, Popups… schaurig. Die Zeit verging, die Overlay-Bespaßung wurde – zumindest bei den meisten seriösen Seiten – etwas eingedämmt und über die zurückhaltenden Google-Anzeigen ärgert sich kaum einer mehr. Der User soll schließlich Verständnis haben, die Seite muß ja irgendwie finanziert werden.

Aber wo hört Verständnis auf und beginnt die Belästigung? Dies herauszufinden, haben sich anscheinend die Jungs von stern.de auf die Fahnen geschrieben, die in ihrer aktuellen App für Apples mobile Geräte scheinbar mal ausprobieren wollen, was der gemeine User mitmacht. Statt sich wie üblich auf Werbebanner zu beschränken, kramen die Jungs tatsächlich das alte Zwangs-Overlay aus der Kiste. So ist es im Selbstversuch zeitweise vorgekommen, daß bei Jedem Wechsel vom Menu zum Artikel bildschirmfüllend immer die gleiche Werbebotschaft eingeblendet wurde. Am unteren Bildschirmrand mit einer Art Fortschrittsbalken, der anzeigt, wie lange man noch auf das Bild gucken muß (gefühlte drei bis 5 Sekunden), am oberen Rand immerhin ein Schließen-Symbol, das die Werbung tatsächlich abbricht und annähernd unverzüglich den gewünschten Artikel freigibt.

Was mag sich wohl der Beworbende dabei denken? Denkt er “Klasse, ich habe pro Tag 1.000.000 Einblendungen meines Firmennamens!” und beginnt schonmal, die Mitarbeiterzahlen seiner Callcenter aufzustocken, um des zu erwartenden Neukundenansturms Herr werden zu können?

Diese Art der Werbung führt bei mir zu zwei Primärreaktionen:

  1. Kann ich was dagegen tun?
  2. Abneigung gegen die penetrant beworbene Firma. Sollte es mir irgendwie möglich sein, mich von dieser Firma fernzuhalten, werde ich das tun.

Ist das wirklich, was gewollt ist? Abschrecken und wütend machen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Deshalb: Schaltet Werbung. Ja, tut es. Daß dies notwendig ist, ist jedem klar. Aber achtet doch darauf, daß diese nicht die Funktion von Apps oder Internetseiten behindert und vor allem den Benutzer nicht nervt. So verdient ihr Geld, der Nutzer klickt vielleicht auch mal einen Banner an und hat sogar noch die Chance, der Werbung wohlgesinnt gegenüberzustehen.

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